Wie kommt es zur Gewichtszunahme?

Der Mensch ist ein biopsychosoziales Wesen.

Ist ein Mensch übergewichtig, so sind die Ursachen hierfür in unterschiedlicher Akzentuierung auf sozialer, psychologischer und körperlicher Ebene zu finden.

Der Einfluss von sozialen Gegebenheiten

Im Vordergrund stehen hier die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Tagesablauf, Umwelt und Essverhalten. Das Körpergewicht wird von eingeschliffenen, erlernten, kulturellen, traditionellen oder familiären "Essritualen" beeinflusst - also gewissen Gewohnheiten, zu bestimmten Zeiten, an bestimmten Orten, mit bestimmten Personen oder in bestimmten Situationen Essen zu sich zu nehmen.

Die psychologische Ebene

Oftmals ist das Essverhalten abhängig von Stimmungen. Vielen Menschen ist vertraut, dass sie in bestimmten Gefühlslagen wie Trauer, Frustration, Langeweile oder Einsamkeit essen, um sich zu trösten bzw. um negative Gefühle kurzfristig vermeintlich positiv zu beeinflussen.

Die körperliche Komponente

Auf der körperlichen Ebene findet sich in der Regel ein Missverhältnis zwischen zugeführter Energie (Kalorien) und benötigter Energie (Kalorienverbrauch). Bei einer übermäßigen Energiezufuhr kommt es zur Ausbildung von Energiedepots (Fett).

Durch die Zufuhr von Nahrungsmitteln mit bestimmter Energiedichte - beispielsweise mit hohem Zucker- oder Fettgehalt - kann es zu suchtähnlichen Erscheinungen kommen. Vielen ist bekannt, dass sie in Heißhunger-Attacken viel mehr essen als sie es ursprünglich geplant hatten und dann aufgrund des sich einstellenden "Jetzt-ist-sowieso-alles-egal"-Effekts noch mehr essen. In diesen Situationen spielt auch die psychische Ebene eine große Rolle, da das Gefühl von Frustration und/oder das schlechte Gewissen, seine Vorsätze nicht eingehalten zu haben, ebenfalls zu vermehrtem Essen führen können.